| Für den,
der sich auf die Wege der Freimaurerei begibt, für den ist es eine
Selbstverständlichkeit, sich sozial zu engagieren oder auf eine ihm
eigene Weise sich für seine Mitmenschen einzusetzen. Da wir das selbstverständlich finden, machen wir daraus niemals großes Aufsehen, so wie es andere Vereine und Clubs tun, um sich selbst dazustellen. Uns genügt die Gewissheit, anderen geholfen zu haben. Die St.
Johannis Bruderhilfe stellt hier eine Ausnahme dar. Denn ohne Mithilfe können
wir dort kaum etwas bewegen. |
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Der Gründer: Br. Arno Belasus Nach seinem Motiv befragt, antwortet Br. Arno Belasus: "Es war ein blinder Soldat, der mir die Augen öffnete. Kurz nach dem Krieg irrte dieser Versehrte durch unser Dorf, einen kleinen Bauchladen vor sich her tragend; vielen Leuten graute vor diesem Menschen. Ich begleitete ihn und ging mit ihm von Haus zu Haus." Krieg, Vertreibung,
Hunger und Elend hat Br. Arno Belasus damals am eigenen Leib kennen gelernt.
Diese frühen Eindrücke haben sein Leben geprägt. Seine Idee: Als sich die Grenzen hoben, besuchte Br. Arno Belasus zunächst seine frühere Heimatstadt Königsberg und beschloss zusammen mit seiner Frau Ute dort umgehend zu helfen. Als hier damals das politische Umfeld die Hilfsbereitschaft lähmte, nahm er Kontakt mit der deutsch-lettischen Partnerschaft in Bordesholm auf. Hier nun begegneten er und seine Frau Menschen mit gleichem Ziel. In Lettland herrschte absolute Bedürftigkeit und große Armut vieler Menschen vor. Schw. Ute Belasus erzählt manchmal von den Zeiten, als die eigene Wohnung wegen der vielen mit Bekleidung gepackten Kartons zeitweise kaum begehbar war.
Br. Arno und Schw. Ute Belasus in mitten der von ihnen verpackten Hilfsgüter
Die Umsetzung: Inzwischen sind eine Zahnarztpraxis, eine Radio- und Fernsehwerkstatt, verschiedene Schuleinrichtungen, Betten, Rollstühle, Gehhilfen, Rollatoren und vieles andere mehr mit Hilfe von Freunden nach Kekava in Lettland gebracht worden. Dort richtete er mit Hilfe von Freunden eine Sozialstation ein. In einer gespendeten Großküche im Wert von 350.000 Euro erhalten täglich 60-70 ältere bedürftige Menschen ihr warmes Essen. In der Uni-Klinik in Riga konnte Br. Arno Belasus zwischenzeitlich zahlreiche lebensnotwendige medizinische Geräte abliefern. In Demmin und Ungebung
werden in Tafeln und anderen kleineren Sozialeinrichtungen jährlich über
10.000 Menschen mit dringend notwendiger Bekleidung, Wäsche usw. versorgt. Unter seiner Regie und
tatkräftigen Einsatz konnte "nebenher" die alte Kirche liebevoll
restauriert werden. Mit großer Freude zeigt unser Bruder gern seine dabei
entstandenen Fotos. Auszeichnung: 1998 erhielten er und seine Freunde in Bordesholm den 4. Preis für geleistete "Humanitäre Hilfe in Ost-Europa", dotiert mit 5.000 DM aus dem Topf der Robert-Bosch-Stiftung für Lettland. Während Ihrer Amtszeit
konnte die ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Frau Heide
Simonis bei ihrem Besuch in Lettland eine Reihe von Br. Arno Belasus
eingerichtete soziale Einrichtungen besuchen und bewundern.
Eine Reisegruppe aus Lettland traf überraschend im Hause Belasus ein und bedankte sich spontan mit einem wunderschön vorgetragenen Volkslied für die jahrelang erhaltene Hilfe. Tief bewegt nahm Br. Arno Belasus (ganz rechts) den Dank entgegen. Anerkennungsschreiben des Sozialministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Stadt Demmin und der Stadt Neumünster sind gegeben worden um die Arbeit zu bestätigen und zu fördern. In Anerkennung des sozialen Engagements hat die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland Arno Belasus das "Große Ehrenzeichen" verliehen.
Basierend auf den Rechenschaftsberichten der Überprüfer-Kommission ermittelten wir bis heute Geld- und Sachspenden in Höhe von fast 8 Millionen Euro. Rund ein Drittel dieser Werte wurden durch und von Freimaurern eingebracht. Die Brüder und Schwestern der Logen von Wyk auf Föhr, Wittdün auf Amrum, Heide, Eckernförde, Neumünster, Rendsburg, Kiel, Flensburg, Husum und Schleswig waren und sind besonders aktiv. Nach dem Umzug der Familie Belasus innerhalb Nordfrieslands, stellt nun auch die Gemeinde Oster-Ohrstedt mit einer großen Gemeindehalle Raum zur Verfügung.
Es werden Geld- und Sachspende benötigt. Br. Arno Belasus auf die Frage nach seinen persönlichen aktuellen Wünschen: "Frieden und dass die Völker in Europa näher zusammen rücken mögen".
Wir würden uns
wünschen, wenn andere Logen diese Idee mittragen würden und in Ihrem Bereich Sammelstellen
einrichten. |